World Uyghur Congress beteiligt sich an Berliner Protest für den vermissten Panchen Lama

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Am 18. Mai versammelten sich Dutzende Demonstrierende vor der chinesischen Botschaft in Berlin, um 30 Jahre seit dem Verschwinden von Gedhun Choekyi Nyima, dem 11. Panchen Lama, zu begehen. Die von Tibet Initiative Deutschland organisierte Aktion brachte tibetische Aktivisten, deutsche Unterstützer und Mitglieder des World Uyghur Congress (WUC) zusammen.

Mit Bannern und Fotos des vermissten Kindes forderte die Menge von der chinesischen Regierung Informationen über seinen Zustand und Aufenthaltsort. Der Protest verlief friedlich, die Forderungen nach Gerechtigkeit und Religionsfreiheit waren jedoch deutlich.

Panchen Lama verschwand im Alter von sechs Jahren

Im Mai 1995 wurde Gedhun Choekyi Nyima vom Dalai Lama offiziell als geistliches Oberhaupt des zweithöchsten Amtes im tibetischen Buddhismus anerkannt. Nur drei Tage nach dieser Bekanntgabe nahmen chinesische Behörden den Sechsjährigen und seine Eltern fest. Seitdem gab es keine öffentlichen Sichtungen oder Erklärungen zu seinem Verbleib.

Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass er unter Hausarrest steht. Sein langes Verschwinden ist zu einem dauerhaften Symbol für den Druck auf die tibetische Religion und Identität geworden. Mit 35 Jahren ist Gedhun Choekyi Nyima eines der weltweit am längsten verschwundenen Opfer des erzwungenen Verschwindens.

Tibetische und uigurische Gemeinschaften protestieren gemeinsam

Die Präsenz des World Uyghur Congress verlieh der Demonstration eine starke Botschaft der Einheit. Gheyyur Qurban, Leiter des WUC-Büros in Berlin, wandte sich an die Teilnehmenden und äußerte tiefe Besorgnis über Chinas anhaltende Kontrolle ethnischer und religiöser Gruppen.

Einschränkungen der Religionsfreiheit in Tibet

Tibet steht seit den 1950er-Jahren unter chinesischer Herrschaft. Seither werden viele Bereiche des tibetischen Alltags streng vom Staat überwacht. Klöster müssen sich an strikte Vorgaben halten, religiöse Lehren werden zensiert und Loyalität zur Kommunistischen Partei ist Pflicht. Bilder des Dalai Lama sind verboten und Versammlungen, die als religiös oder politisch gelten, werden häufig aufgelöst.

In den vergangenen Jahren hat die Überwachung – besonders in Schulen und Tempeln – zugenommen. Der Druck hat einige Tibeter zu extremen Protestformen getrieben; Dutzende haben sich aus Verzweiflung selbst verbrannt, um auf den Verlust ihrer Identität und Stimme aufmerksam zu machen.

Forderungen nach Aufklärung halten an

Trotz wiederholter Appelle der internationalen Gemeinschaft haben die chinesischen Behörden nie einen Beweis für die Sicherheit des Panchen Lama vorgelegt. Die Vereinten Nationen und zahlreiche Regierungen haben das Thema im Laufe der Jahre angesprochen, doch eine Antwort blieb aus. Der Berliner Protest erinnerte daran, dass dieser Fall nicht in Vergessenheit geraten ist.

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