Ein heftiger Schneesturm hat Anfang Oktober 2025 während des chinesischen Nationalfeiertags das Karma-Tal auf der tibetischen Seite des Mount Everest getroffen und Hunderte Trekker in großer Höhe eingeschlossen. Der Blizzard setzte am späten Freitag ein und hielt bis Samstag an, bedeckte das Tal mit tiefem Schnee und kappte die Kommunikation. Das Gebiet liegt auf rund 4,200 Metern, wo sich das Wetter ohne Vorwarnung ändern kann.
Viele Besucher waren angereist, um die Kangshung-Flanke des Everest zu sehen, als das Wetter plötzlich umschlug. Augenzeugen berichteten von eisigen Winden, schlechter Sicht und unter Schnee begrabenen Pfaden, die sie orientierungslos und erschöpft zurückließen.
Koordinierte Rettungsaktion
Rettungsteams aus Dorfbewohnern, Bergführern und Einsatzkräften arbeiteten das gesamte Wochenende, um zu den Gestrandeten vorzustoßen. Bis zum 6. Oktober waren etwa 350 Trekker sicher in die Gemeinde Qudang gebracht worden. Sie stapften durch knietiefen Schnee und erhielten dort Heizung, Sauerstoff und medizinische Versorgung.
Mehr als 200 weitere Menschen befanden sich noch weiter oben im Tal, weshalb die Behörden in den folgenden Tagen gestaffelte Evakuierungen organisierten. Trotz schwierigen Geländes und gestörter Kommunikation verlief die Rettung dank örtlicher Freiwilliger und abgestimmt arbeitender Regierungsteams reibungslos.
Bis zum 8. Oktober waren alle Gestrandeten in Sicherheit—darunter 580 Trekker sowie mehr als 300 Guides und Helfer. Verantwortliche nannten die Aktion eine der größten und bestorganisierten Hochgebirgsrettungen der vergangenen Jahre.
Auswirkungen in ganz Westchina
Das gleiche Wettersystem führte auch in anderen Regionen zu Notfällen. In den Qilian-Bergen kam ein Trekker ums Leben, mehr als hundert wurden gerettet. Im Kanas-See-Gebiet in Xinjiang wurde der Touristenverkehr eingestellt, nachdem Straßen gefährlich vereist waren.
Meteorolog*innen und erfahrene Guides beschrieben den Oktobersturm als außergewöhnlich heftig für die Jahreszeit. Lokale Behörden haben seitdem Teile des Everest-Szenengebiets gesperrt, um die Sicherheit neu zu bewerten. Während die Aufräumarbeiten auslaufen, beobachten sie weiterhin Tauprozesse und mögliche Erdrutschgefahren.

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